Mittwochs Salon

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Der Mittwochs Salon ist ein gruppen-psychoanalytisches Diskussionsforum das zum ersten Mal im März 2015 im traditionellen Wiener Café Korb stattfand. Das als Philosophen- und Literaten-Café bekannte „Korb“ wurde als Veranstaltungsort gewählt weil dort Sigmund Freud 1908 die ersten Sitzungen der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung abhielt, welche aus der Psychoanalytischen Mittwochsgesellschaft hervorgegangen war.

Auf Grund meines Interesses an der Psychoanalyse als Kultur- und Sozialtheorie sowie in meiner Funktion als Vorstandsmitglied der Fachsektion Gruppenpsychoanalyse (GPA), im Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG), war es mir ein Anliegen, einen Ort der Begegnung und des interdisziplinären Austauschs zu gesellschaftsrelevanten Themen zu schaffen.

Alle ein bis zwei Monate treffen GruppenpsychoanalytikerInnen und PsychoanalytikerInnen auf VertreterInnen verschiedener Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie KünstlerInnen und Kulturschaffende. Nach mittlerweile zweijährigem Bestehen hat sich der Mittwochs Salon etabliert, ist stets gut besucht und führt jedes Mal zu spannenden Diskussionen unter Einbeziehung des Publikums.

Der nächste Termin findet im Herbst 2018 statt.
Café Korb, Artlounge, 1010 Wien, Brandstätte 9

 

Bisherige Veranstaltungen:

GRUPPEN-PSYCHOANALYSE UND GESELLSCHAFT / Gäste: Helmut Dahmer, Johannes Ranefeld

OST IN TRANSLATION / Gäste: Cathrin Kahlweit, Jurko Prochasko

IDENTITÄT /  Gäste: Felix de Mendelssohn, Andreas Obrecht

GRUPPEN-PSYCHOANALYSE UND LITERATUR / Gäste: Robert Menasse, Wolfgang Martin Roth

DER FILMISCHE UND DER ANALYTISCHE BLICK / Gäste: Beate Hofstadler, Walter Größbauer

MÜSSEN WIR UNS SELBST NEU ERFINDEN? / Gäste: Reneé Schroeder, Jeanne Wolff-Bernstein

„LASSEN WIR UNSER GELD ARBEITEN!“ – UND DIE GROSSE KRISE / Gäste: August Ruhs, Stephan Schulmeister

UTOPIA – GESELLSCHAFTLICHE UTOPIEN HEUTE / Gäste: Felix de Mendelssohn, Johannes Schmidl

MIGRATION / Gäste: Barbara Coudenhove-Kalergi, Rainer Danzinger, Ernst Löschner

WARUM LIEBE WEH TUT – HEUTE / Gäste: Esther Hutfless, Dieter Sandner

KREATIVITÄT / Gäste: Oliver Kartak, August Ruhs

DAS UNBEWUSSTE IN ORGANISATIONEN / Gäste: Günter Dietrich, Peter Ettl

ZWISCHENRAUM GARTEN / Gäste: Rainer Danzinger, Bernd Hochwartner

DER KLANG UND DAS UNBEWUSSTE / Gäste: Helmut Figdor, Bruno Liberda

WERKBLATT. Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik / Gäste: Helmut Dahmer, Karl Fallend

HÖREN MIT DEM DRITTEN OHR / Gäste: Jochen Bonz, Regina Klein

DER FILMISCHE UND DER ANALYTISCHE BLICK / Gäste: Götz Spielmann, Jeanne Wolff-Bernstein

RECHTSRUCK IM 21. JAHRHUNDERT / Gäste: Andreas Peglau, Doron Rabinovici

 

01: GRUPPEN-PSYCHOANALYSE UND GESELLSCHAFT

11. März 2015

Helmut Dahmer, Prof., Soziologe, Philosoph, Literaturwissenschaftler und Publizist.

Johannes Rannefeld, Dr., Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker und Lehranalytiker.

„Die Gesellschaft wird sich nicht beeilen, uns Autorität einzuräumen. Sie muß sich im Widerstande gegen uns befinden, denn wir verhalten uns kritisch gegen sie; wir weisen ihr nach, daß sie an der Verursachung der Neurosen selbst einen großen Anteil hat. Wie wir den einzelnen durch die Aufdeckung des in ihm Verdrängten zu unserem Feinde machen, so kann auch die Gesellschaft die rücksichtslose Bloßlegung ihrer Schäden und Unzulänglichkeiten nicht mit sympathischem Entgegenkommen beantworten; weil wir Illusionen zerstören, wirft man uns vor, daß wir die Ideale in Gefahr bringen.“   Sigmund Freud, Die zukünftigen Chancen der psychoanalytischen Therapie

 

02: OST IN TRANSLATION – EIN BLICK AUF DEN UKRAINE-KONFLIKT

8. April 2015

Cathrin Kahlweit, Journalistin, Publizistin und Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung.

Jurko Prochasko, Schriftsteller, Übersetzer und Gruppenanalytiker.

„Warum stoßen die aktuellen ukrainischen Ereignisse, die Konflikte in der (Majdan-Revolution) und um die Ukraine (Putins Krieg), auf so viel Unverständnis? Warum ist es für den Westen so schwierig, das was dort gerade vor sich geht, halbwegs einheitlich nachzuvollziehen – trotz geographischer Nähe, mehr als umfassender Berichterstattung und adäquaten Analysen. Warum erweisen sich so große Teile der westlichen Gesellschaften so affin gegenüber Putins Sirenen? Warum spaltet „die Ukraine-Krise“ dermaßen die Öffentlichkeit? Vielleicht brauchen „Europa“ und „der Westen“ Anteile, die sie partout nicht verstehen  wollen? Eine „innere Ukraine“? Eins ist klar: "der Osten" braucht Übersetzung.
Ein gruppenanalytischer Blick ist gewiss nicht der einzig berechtigter und nicht der einzig aufschlussreiche. Ist er überhaupt geeignet? Aber auch er darf nicht fehlen. Auch hier ist psychoanalytische Übersetzungsarbeit vonnöten. Auch hier kann es wohl unmöglich ganz ohne Sinnverluste gehen, ohne konträre Deutungen und Auslegungsarten. Und vor allem: wie kann die Gruppenanalyse ein angemessenes heuristisches Instrument sein, ohne sich missbrauchen zu lassen?“
     Jurko Prochasko

 

03: IDENTITÄT

13. Mai 2015

Felix de Mendelssohn, Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker, Lehranalytiker und Supervisor.

Andreas Obrecht, Univ.-Prof. Mag. Dr., Soziologe, Kulturanthropologe, Schriftsteller und  Radiomoderator.

„Wie seltsam ist heute alles! Und gestern ging noch alles wie gewöhnlich vor sich. Vielleicht bin ich in der Nacht vertauscht worden? Überleg mal: war ich noch dieselbe, als ich heute morgen aufgestanden bin? Ich glaube fast, daß ich mich erinnern kann, mich etwas anders gefühlt zu haben. Aber wenn ich nicht dieselbe bin, dann stellt sich die nächste Frage: Wer in aller Welt bin ich?“     Lewis Carroll, Alice im Wunderland

 

04: GRUPPEN-PSYCHOANALYSE UND LITERATUR

3. Juni 2015

Robert Menasse, Romancier und Essayist.

Wolfgang Martin Roth, Psychoanalytischer Psychotherapeut, Lehr-Gruppenanalytiker und Autor.

„Ein gesellschaftliches Subjekt, das bei all seinen unterschiedlichen Ansprüchen ein gemeinsames Bedürfnis hat und anerkennt: das Bedürfnis, das Schicksal zu besiegen, Selbstbestimmung nicht bloß als formale, als uniformierte, sondern als reale, als diversifizierte durchzusetzen und das Leben nicht Göttern, nicht Trends, nicht Entwicklungstendenzen zu überlassen, sondern nur einem Gott, einem Trend, eine Entwicklung anzuerkennen, nämlich das Wachsen der Freiheit in der Vernunft und das Wachsen der Vernunft in der Freiheit.“     Robert Menasse, Die Zerstörung der Welt als Wille und Vorstellung

 

05: DER FILMISCHE UND DER ANALYTISCHE BLICK

9. September 2015

Beate Hofstadler, DDr., Klinische- und Gesundheitspsychologin, Psychoanalytikerin und Medienwissenschaftlerin.

Walter Größbauer, Filmemacher und Fotograf.

„In Filmsachen gehen dumme Dinge vor. […] Ich werde sie nicht zurückhalten, denn die Verfilmung [der Psychoanalyse] läßt sich sowenig vermeiden wie - scheint es - der Bubikopf, aber ich lasse mir selbst keinen schneiden und will auch mit keinem Film in persönliche Verbindung gebracht werden.“     Sigmund Freud an Sándor Ferenczi

 

06: MÜSSEN WIR UNS SELBST NEU ERFINDEN?

7. Oktober 2015

Reneé Schroeder, Univ.-Prof., Ph.D., Molekularbiologin.

Jeanne Wolff-Bernstein, Ph.D., Psychoanalytikerin.

Sigmund Freud spricht von drei Quellen des menschlichen Leidens: „Die Übermacht der Natur, die Hinfälligkeit unseres eigenen Körpers und die Unzulänglichkeit der Einrichtungen, welche die Beziehungen der Menschen zueinander in Familie, Staat und Gesellschaft regeln.“ Zur dritten, der sozialen Leidensquelle, stellt er fest: „Diese wollen wir überhaupt nicht gelten lassen, können nicht einsehen, warum die von uns selbst geschaffenen Einrichtungen nicht viel mehr Schutz und Wohltat für uns alle sein sollten. Allerdings, wenn wir bedenken, wie schlecht uns gerade dieses Stück der Leidverhütung gelungen ist, erwacht der Verdacht, es könnte auch hier ein Stück der unbesiegbaren Natur dahinterstecken, diesmal unserer eigenen psychischen Beschaffenheit.“     Sigmund Freud, Das Unbehagen in der Kultur

 

07: „LASSEN WIR UNSER GELD ARBEITEN!“ – UND DIE GROSSE KRISE

11. November 2015

Stephan Schulmeister, Mag. Dr., Unabhängiger Wirtschaftsforscher und Universitätslektor.

August Ruhs, Univ.-Prof. Dr. med., Psychiater, Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker und Psychodramatiker.

„Wenn aber eine Kultur es nicht darüber hinaus gebracht hat, daß die Befriedigung einer Anzahl von Teilnehmern die Unterdrückung einer anderen, vielleicht der Mehrzahl, zur Voraussetzung hat, und dies ist bei allen gegenwärtigen Kulturen der Fall, so ist es begreiflich, daß diese Unterdrückten eine intensive Feindseligkeit gegen die Kultur entwickeln, die sie durch ihre Arbeit ermöglichen, an deren Gütern sie aber einen zu geringen Anteil haben. […]  Es braucht nicht gesagt zu werden, daß eine Kultur, welche eine so große Zahl von Teilnehmern unbefriedigt läßt und zur Auflehnung treibt, weder Aussicht hat, sich dauernd zu erhalten, noch es verdient.“     Sigmund Freud, Die Zukunft einer Illusion

 

08: UTOPIA – GESELLSCHAFTLICHE UTOPIEN HEUTE

30. März 2016

Felix de Mendelssohn, Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker, Lehranalytiker und Supervisor.

Johannes Schmidl, Physiker und Philosoph.

„Freilich, mein lieber Morus, wenn ich dir letzte Überzeugung offen sagen soll, so dünkt mich in der Tat: wo es noch Privatbesitz gibt, wo alle Menschen alle Werte am Maßstab des Geldes messen, da wird es kaum möglich sein, eine gerechte und glückliche Politik zu treiben. Du müßtest es denn für einen gerechten Zustand halten, wenn immer der beste Teil den Schlechtesten zufällt, oder für ein Glück, wenn aller Besitz unter ganz wenige verteilt wird, und auch die nicht einmal gut dran sind, die anderen aber vollends im Elend stecken.“     Thomas Morus, Utopia

 

09: MIGRATION

18. Mai 2016

Barbara Coudenhove-Kalergi, Journalistin und Herausgeberin.

Rainer Danzinger, Prim.-Univ. Prof. Dr. med., Psychiater, Psychoanalytiker, Gruppenpsychoanalytiker.

Ernst Löschner, Dr.jur., Gründer von Alpine Peace Crossing, Mit-Initiator von Aufruf für eine menschliche Flüchtlingspolitik.

„Eine reife und angemessene Beziehung zu Migranten ist also durchaus möglich. Wie alle höheren seelischen Leistungen bleibt sie aber doch bedroht von Regression auf primitivere Muster mit Spaltung und Projektion von Hass und Angst. Was tun, um solche Rückfälle zu vermeiden? Zunächst gilt es, die Migranten aus dem ganzen Misthaufen von gehässigen projektiven Identifizierungen auszugraben. Erst dann werden sie sichtbar und hörbar, und ein Dialog kann beginnen.“     Rainer Danzinger

 

10: WARUM LIEBE WEH TUT – HEUTE

22. Juni 2016

Esther Hutfless, Philosophin, freie Wissenschaftlerin und Psychoanalytikerin i.A.u.S.

Dieter Sandner, Univ.-Doz. Dipl.-Psych. Dr., Psychoanalytiker und Gruppenanalytiker.

„Statt eines dichotomen Geschlechterkonzepts, das Personen entweder der einen oder der anderen Kategorie zuordnet und das Männlichkeit bzw. Weiblichkeit als einander ausschließende Kategorien fasst, scheint es mir sinnvoller, das Geschlecht als Kontinuum zu begreifen. Männlichkeit und Weiblichkeit stellen jeweils Pole in einem Kontinuum dar, das unterschiedlichste Zwischenstufen, Mischungsverhältnisse und geschlechtliche Ausprägungen ermöglicht.“     Ilka Quindeau, Sexualität

 

11: KREATIVITÄT

14. September 2016

Oliver Kartak, Art Director, Designer, Photograph und Regisseur. Professor der Klasse für Grafik Design an der Universität für angewandte Kunst, Wien.

August Ruhs, Univ.-Prof. Dr. med., Psychiater, Psychoanalytiker, Gruppenanalytiker und Psychodramatiker.

„Auf dem Weg von Tantalusqualen haben viele Menschen gerade genug vom kreativem Leben erfahren, um zu erkennen, daß sie den größten Teil ihres Lebens unkreativ gelebt haben, gefangen gehalten durch die Kreativität eines anderen oder einer Maschinerie. […] Kreativität bedeutet am Leben zu sein, ausgenommen ist der, der krank ist, oder durch die Umwelt gehindert wird, kreativ zu sein.“    Donald W. Winnicott, Vom Spiel zur Kreativität

 

12: DAS UNBEWUSSTE IN ORGANISATIONEN

22. Februar 2017

Günter Dietrich, Mag. Dr. MEd, Klinischer- und Gesundheitspsychologe, Gruppenpsychoanalytiker, Team- und Organisationsentwickler.

Peter Ettl, Groupworker, Gruppendynamiktrainer und Organisationsentwicklungsberater, Supervisor und Coach.

„Unsere Zeiten sind solche des Übergangs, der Brüche und Verwerfungen, der Irritationen und Ambivalenzen, der Identitätsunsicherheiten und Sinnverluste. Dies ist die Matrix für all das, was unser Leben und unsere Arbeit bestimmt. […] Alle Organisationen stehen vor der Herausforderung, dieser komplexen Entwicklung standzuhalten und ihr – möglichst konstruktiv – zu begegnen. Supervision und Organisationsberatung gewinnen hierbei zunehmend an Bedeutung, da sie zu dem erforderlichen Containing von Angst und den zugehörigen Bedrohungsgefühlen einen erheblichen Beitrag leisten.“     Rolf Haubl, Rudolf Heltzel, Marita Barthel-Rösing, Gruppenanalyse auf neuen Wegen

 

13: ZWISCHENRAUM GARTEN

5. April 2017

Rainer Danzinger, Prim.-Univ. Prof. Dr. med., Psychiater, Psychoanalytiker, Gruppenpsychoanalytiker.

Bernd Hochwartner, Landschaftsarchitekt, Gartenkünstler, Gärtner, Pflanzenjäger & Sammler.

„Als intermediärer Raum zwischen der Außenwelt und der Innenwelt, als geschützte und geheimnisvolle Zone eignet der Garten sich besonders gut zur Darstellung frühester Welterfahrung. Der Garten und die mit ihm verknüpften Mythen und Geschichten entspricht aus psychoanalytischer Sicht den Übergangsräumen zwischen Einheit mit der Mutter, Geborgenheit in ihrem Schoß und Trennung von ihr.“     Rainer Danzinger, Zwischenraum Garten

 

14: DER KLANG UND DAS UNBEWUSSTE

14. Juni 2017

Helmut Figdor, Dr. phil., Psychoanalytiker, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut und Erziehungsberater und ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Psychoanalytische Pädagogik.

Bruno Liberda, Komponist, lehrt elektronische Musik an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

„Musik ist die eigentliche Muttersprache der Seele […] und zwar in mehrfachem Sinn: als erstes Beziehungsmedium („Sprache“) zwischen Mutter und Kind (bzw. Fötus), als Symbol – man könnte auch sagen: Übergangsobjekt – der Mutter bzw. der paradiesisch symbiotischen Einheit mit ihr und schließlich als der „Ort“, an dem die archaischen Anteile psychischer Bewegungen, die sich jeder begrifflichen oder auch anderen Art symbolischer Erfahrung entziehen, Gestalt, Ausdruck und somit einen Platz im bewegten Seelenerleben erlangen können.“    Helmut Figdor

 

15: WERKBLATT. Zeitschrift für Psychoanalyse und Gesellschaftskritik.

13. September 2017

Helmut Dahmer, Prof., Soziologe, Philosoph, Literaturwissenschaftler und Publizist. Langjähriger Mitherausgeber der psychoanalytischen Monatszeitschrift „PSYCHE“.

Karl Fallend, Univ.Doz. Dr., Sozialpsychologe. Mitherausgeber des „WERKBLATT“ und der „Schriftenreihe zur Geschichte der Sozialarbeit und Sozialarbeitsforschung“.

„Das WERKBLATT bringt seit 1984 unkonventionelle Nachrichten jenseits institutionalisierter Psychoanalyse: als Klinik sowohl im klassischen als auch erweiterten Setting, als gesellschaftskritische Sozialforschung, die auch politisch Stellung nimmt, als entmythologisierende Spurensuche in der Geschichte der Psychoanalyse, als angewandter Kulturvergleich im Austausch mit PsychoanalytikerInnen anderer Länder, ätzend bis witzige Karikatur psychoanalytischer Alltagskultur.“     werkblatt.at

 

16: HÖREN MIT DEM DRITTEN OHR

15. November 2017

Jochen Bonz, Kulturwissenschaftler, Gruppenanalytiker in Ausbildung, Leiter von ethnografischen Supervisionsgruppen.

Regina Klein, Dr.in, Sozialpädagogin und Erziehungswissenschaftlerin,Tiefenhermeneutikerin, Professorin für Gesundheits- und Kultursoziologie.

Zur tiefenhermeneutischen Kulturanalyse und ethnopsychoanalytischen Deutungswerkstatt. „Das dritte Ohr, auf das sich die großen Psychologen bezogen, entspricht dem, was Freud meinte, als er sagte, die Fähigkeit des Unbewußten, fein zu hören, sei eines der Erfordernisse für den Psychoanalytiker. Eine der Eigenarten dieses dritten Ohrs ist, daß es auf zwei Kanälen hört. Es kann erfassen, was andere Leute nicht sagen, sondern nur fühlen und denken; es kann aber auch nach innen gerichtet werden. Es kann Stimmen aus dem Innern hören, die sonst nicht hörbar sind, weil sie vom Lärm unserer bewußten Gedankenprozesse übertönt werden.“     Theodor Reik, Hören mit dem Dritten Ohr

 

17: DER FILMISCHE UND DER ANALYTISCHE BLICK

18. April 2018

Götz Spielmann, Filmregisseur und Drehbuchautor.

Jeanne Wolff-Bernstein, Ph.D., Psychoanalytikerin.

„Ich glaube fundamental an genau gestellte Fragen. Sie sind die eigentliche, tiefe Bedeutung des Erzählens, von Kunst überhaupt. Und je genauer und umfassender die Frage gestellt ist, desto verbindlicher ist es auch. Dann setzt sie etwas in Bewegung, generiert Reaktionen, Veränderung. Die genaue Frage ist weit radikaler als die Gesellschaftskritik, die derzeit Kunst häufig so unverbindlich absorbiert.“     Götz Spielmann, Filmdienst

"Mich beschäftigt immer die Frage: Wo will mich der Künstler haben, weist er mich ab, verführt er mich?"
Jeanne Wolff Bernstein, DerStandard

 

18: RECHTSRUCK IM 21. JAHRHUNDERT

9. Mai 2018

Andreas Peglau, Dr. rer. medic., Psychoanalytiker, Psychologe.

Doron Rabinovici, Schriftsteller, Essayist und Historiker.

„Bereits 1934, im Nachwort zur zweiten Auflage der Massenpsychologie, hat Reich den entscheidenden Hinweis dazu geliefert: »Versucht man die Struktur der Menschen allein zu ändern, so widerstrebt die Gesellschaft. Versucht man die Gesellschaft allein zu ändern, so widerstreben die Menschen. Das zeigt, dass keines für sich allein verändert werden kann.« Politische und ökonomische Umwälzungen sind dringend nötig, um jeder Art von »Rechtsruck« die Grundlage zu entziehen, genügen aber nicht: Eine psychosoziale Revolution muss hinzukommen.“     Andreas Peglau, Rechtsruck im 21. Jahrhundert